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Testimonial

New Roots

Ein neuer Zeitgeist

Dem Schweizer und der Schweizerin sind gewisse Dinge heilig, quasi unantastbar: Uhren, Schokolade, das Matterhorn und der Käse. New Roots bricht nun mit einer Konvention: dem Käsemachen. 

Der Jungunternehmer Freddy Hunziker (26) von «New Roots» erzählt: «Ich mag Käse zwar sehr, doch die Natur und die Lebewesen sind mir einfach näher. Das brachte mich zur Frage, wie ich in den Genuss von Käse kommen kann, ohne Milch aus einer konventionellen Nutztierhaltung zu konsumieren.» So kamen Freddy und sein Partnerin Alice auf den Geschmack, aus pflanzlicher Milch Käse zu produzieren und wurden in Indonesien fündig. Aus biologischen, fairen und sonnengetrockneten Cashewnüssen stellen «New Roots» nun verschiedenste Frisch-, Schimmel-, Aged- und Streichkäse her. Und erst noch mit einer reichen Ausbeute. «Mit einem Kilogramm Cashewnüssen stellen wir an die zwei Kilogramm Käse her. Konventioneller Käse benötigt zirka an die 12 Liter Frischmilch für ein Kilogramm», erläutert der ehemalige Extremsportler.

Frisch aus dem WG-Zimmer

Doch gehen wir vorerst vier Jahre zurück. Zu jener Zeit ist Freddy noch als Downhill-Spitzensportler und Polymechaniker unterwegs. Nach einem schweren Sportunfall, den ihn für Monate ausser Gefecht setzte, begann er sich intensiv mit dem Thema Ernährung zu befassen. Für ihn war klar: Die Heilung kann mit der richtigen Ernährung unterstützt werden. Das führte ihn zum veganen Essen. In der kleinen WG-Küche experimentierte er mit verschiedenen Nüssen und Samen an den ersten Käsekreationen herum und verschenkte die Produkte an die Familie und an Freunde. Später wird ein frei gewordenes WG-Zimmer mit Reifeschränken, Tischen, grossen Töpfen und Sieben zur Käseproduktions-Stätte umfunktioniert. Die ersten Käse finden ihren Weg in den ÖKOLADEN Thun. Heute wird bereits nach Deutschland, Frankreich und England exportiert. Und «gchäset» wird nun in einer ehemaligen Denner-Filiale, die Freddy mit New-Roots Manpower komplett ausgestattet und umgebaut hat. Fehlende Finanzen macht er mit Kreativität und Umsetzungswillen wett.

Investition in die Zukunft

«Wir hatten nicht von Anfang an finanzielle Unterstützung. Zuerst mussten wir uns beweisen. Als wir dann in das alte Denner-Gebäude umzogen, standen grössere Investitionen an und wir nahmen einen Bankkredit auf. Zudem haben wir die Standortförderung des Kantons Bern angefragt. Das war eine sehr positive und überraschende Erfahrung. Ich hatte zuerst meine Bedenken, weil dem Kanton der Ruf vorausgeht, träg und langsam zu sein. Ich habe einen ganz anderen Eindruck erhalten. Die Standortförderung war sehr offen, hörte uns zu, interessierte sich für unsere Vision und unterstützte uns, vor allem auch mit ihrem wertvollen Netzwerk. Mit der Hilfe des Kantons konnten wir die lang ersehnte Verpackungsmaschine anschaffen, die uns die Arbeit sehr erleichtern wird», beschreibt der Gründer von New Roots, der mittlerweile 13 Mitarbeitende beschäftigt.

Think big, stay ethical

Stehenbleiben mag der geschäftige Thuner aber trotzdem nicht. Geplant ist, eine eigene New-Roots-Immobilie zu bauen und dort eine Art «Work-Living-Center» entstehen zu lassen. Mit Gleichgesinnten will er gemeinsame Ziele verfolgen, sich vernetzen und zusammen etwas bewegen. Zudem möchte er noch mehr in die Forschung investieren. Nämlich: Versuchen mit Alternativen wie Raps, Hanf, Hafer und einheimischen Nüssen «gluschtigi Chäsli» herzustellen. «Das würde bedeuten, dass wir vermehrt mit regionalen Bauern zusammenspannen, die in pflanzliche Ressourcen investieren möchten und den Pfad der konventionellen tierischen Milchproduktion verlassen. Ethisch und finanziell ist das Milchgeschäft schon lange nicht mehr interessant. Die Milchpreise sind vollkommen im Keller», schildert der Jungunternehmer.

Wachstum darf nicht zerstören

Zurzeit baut er ein altes Bauernhaus um, dort möchte er später leben und vielleicht einen kleinen «Gnadenhof» haben. Spruchreif ist das noch nicht. Was aber für ihn ganz klar ist: «New Roots wächst sehr schnell. In diesem ganzen Hype möchte ich meine Bodenhaftung nicht verlieren. Und unter dem Wachstum soll bestimmt nicht die Ethik, Nachhaltigkeit und die Philosophie von New Roots leiden. Die ist mir enorm wichtig. Das Riesenengagement, das die New Roots-Mitarbeitenden leisten, hat damit zu tun, dass sie hinter dem Produkt und seiner Gesinnung stehen können. Dies soll so bleiben.»

Es braucht Mut, aber auch Unterstützung

Was empfiehlt Freddy Hunziker jungen Menschen mit neuen Ideen und Geschäftsmodellen? «Mut und Neugier», erläutert Freddy mit Nachdruck, «Es kommen oft junge Leute auf mich zu und fragen mich, wie ich nur mit diesem Risiko umgehen könne. Aber, wenn man einen Plan und eine Vision hat, dann muss man zuerst mit einem gewissen finanziellen und wirtschaftlichen Risiko dealen. Sonst bleibt die Idee einfach eine Idee. Es gibt gute Anlaufstellen, wo man sich informieren und beraten lassen kann. Schade ist, dass in der Schweiz die Unterstützung und Förderung von Startups eher noch verhalten ist. International gesehen, hinken wir hier schon ein wenig hinterher. Oft wollen Geldgeber oder Organisationen erst in die Startups einsteigen, wenn diese schon etabliert sind. Wir benötigen die Unterstützung jedoch vor allem im Aufbau.»


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